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Nachdenkliche Texte

Vorwort

Die nachfolgenden Texte spiegeln keine persönlichen Meinungen der FF Kaulsdorf wieder, sondern stammen aus unbekannten Quellen. Die Texte beinhalten grundlegende, wahre Annahmen aus dem Einsatzgeschehen eines Feuerwehrmannes, sind aber auch mit Ironie und Übertreibung beschmückt, was zu berücksichtigen ist. Die nachfolgenden Texte haben lediglich das Ziel, Nachdenklichkeit zu erreichen, indem auch das eigene Handeln und die eigene Einstellung selber reflektiert werden soll.

Klischeehafte Sprüche

ARMER FEUERWEHRMANN, DU KANNST ES NIEMANDEN RECHT MACHEN !

Ich wünsche, du könntest ..

Solange du dieses Leben nicht durchgemacht hast, wirst du niemals verstehen oder einschätzen können, wer ich bin, was wir sind oder was unsere Arbeit wirklich bedeutet !
Und doch, wir Mitglieder in den Feuerwehr sind nicht besonderes, aber wenn du uns brauchst, dann kommen wir - auch zu Dir !

Warum ich, Mama?

Warum ich, Mama?
Ich ging zu einer Party, Mama,
ich erinnerte mich, was Du sagtest.
Du ermahntest mich, nicht zu trinken, Mama,
also trank ich Soda stattdessen.
Ich fühlte mich richtig stolz, Mama,
so wie Du es mir vorausgesagt hattest.

Ich habe nicht getrunken, um dann zu fahren, Mama,
obwohl mir die anderen sagten, es sei nichts dabei.
Ich weiß, ich tat das Richtige, Mama,
ich weiß, Du hast immer recht.

Nun ist die Party zuende, Mama,
und alle fahren sie fort.
Als ich in meinen Wagen stieg, Mama,
wusste ich, ich würde rasch nach Hause fahren,
weil Du mich so erzogen hast,
verantwortungsbewusst und lieb.

Ich fuhr also los, Mama,
aber als ich auf die Straße auffuhr,
sah mich der andere Wagen nicht, Mama,
er fuhr einfach über mich drüber.
Als ich auf dem Asphalt lag, Mama,
hörte ich den Polizisten sagen,
"Der andere Typ war betrunken", Mama,
Und nun bin ich es, die bezahlen wird.

Ich liege hier sterbend, Mama...
Ich wünsche Du wärst bald hier.
Wie konnte das geschehen, Mama?
Mein Leben zerplatzte wie ein Ballon.
Überall um mich ist Blut, Mama,
das meiste davon ist meins.

Ich höre den Arzt sagen, Mama
bald werde ich sterben.
Ich wollte Dir nur sagen, Mama,
ich schwöre, ich hab nichts getrunken.
Es waren die anderen, Mama,
die anderen haben nicht nachgedacht.
Er war wohl auf derselben Party wie ich.
Der einzige Unterschied ist, er hat was getrunken
Und ich werde sterben.

Warum betrinken sich die Leute, Mama?
Es kann ihr ganzes Leben zerstören.
Jetzt fühl ich heftige Schmerzen.
Es sticht wie ein Messer.
Der Typ, der mich anfuhr, der läuft rum, Mama,
und ich denke, das ist nicht fair.
Ich liege hier im Sterben
Und alles, was er kann, ist, zu starren.

Sag meinem Bruder, er soll nicht weinen, Mama,
schreibt "Papas Mädchen" auf mein Grab.
Jemand hätte ihm sagen sollen, Mama,
kein Alkohol hinter dem Steuer.
Wenn sie es im bloß gesagt hätten, Mama,
wäre ich noch am Leben.

Mein Atem wird kürzer, Mama,
ich bekomme solche Angst.
Bitte, weine nicht um mich, Mama.
Du warst immer da, als ich Dich brauchte.

Ich hab nur noch eine letzte Frage, Mama,
bevor ich von hier fortgehe.
Ich bin nicht betrunken gefahren,
also warum bin ich diejenige, die stirbt?

Dieses Gedicht war an der Springfield Highscool (Springfield, VA, USA) im Umlauf, nachdem eine Woche zuvor zwei Studenten bei einem Autounfall getötet wurden.